07.07.2014 11:03 Uhr

Im Blitzlicht

Entdecken Sie die Vielfalt an Möglichkeiten, die der Polizeiberuf bietet!

An dieser Stelle kommen Thüringer Polizeibeamte zu Wort, deren berufliche Entwicklung ganz unterschiedliche Wege genommen hat. Jeder Einzelne berichtet aus persönlicher Sicht darüber und über das Besondere seiner derzeitigen Aufgabe. Sie alle scheinen ihren Platz gefunden zu haben. Aber wer weiß? Wer weiterlernen und seinen Horizont erweitern möchte, dem bieten sich in der Vielfalt an Möglichkeiten des Polizeiberufes auch immer neue Wege dar.


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Polizeioberkommissar Andreas Zohles
Polizeioberkommissar Andreas Zohles

Polizeibeamte „formen“ und fortbilden

Meinen Dienst begann ich 1988 bei der Verkehrspolizei in Suhl in der mittleren Laufbahn. Nach verschiedenen Stationen in der Thüringer Polizei entschied ich mich, die  Aufstiegsausbildung zum gehobenen Polizeivollzugsdienst zu wagen. Ich bestand das Auswahlverfahren und auch das Studium und wurde 2001 zum Polizeikommissar ernannt.

Mein Wissen an andere weiterzugeben – eine solche Aufgabe reizte mich und ich bewarb mich am Bildungszentrum der Thüringer Polizei als Fachlehrer. Es klappte. Die gerade neu konzipierte Modulausbildung, dieses quasi „learning by doing“, durfte ich von Anfang an mitgestalten. Und ich erlebte bis heute hautnah mit, wie sich das Bildungszentrum in eine moderne Ausbildungsstätte verwandelte. Nicht nur In der Ausbildung bin ich, wie alle anderen Fachlehrer, voll eingebunden. Auch in der Fortbildung der „gestandenen“ Polizeibeamten, die nicht zu kurz kommen darf. Der Fachbereich Verkehr hat eine breit gefächerte Rechtsmaterie abzudecken. Da ist es verständlich, dass sich Spezialisten herausbilden. Meine Spezialbereiche liegen in der Geschwindigkeitsmesstechnik, Unfallfluchtsachbearbeitung und Verkehrsregelung.

Eine besondere Freude in meiner Tätigkeit ist es zu beobachten, wie sich junge Menschen zu Polizeibeamten entwickeln. Das heißt: Gesetze kennen, vor allem richtig anwenden und dabei die Rechte der Bürger schützen. Als Klassenleiter eingesetzt, war ich stolz darauf, dass die gesamte Klasse die Ausbildung erfolgreich abschließen konnte. Einige von ihnen sind heute selbst auf dem Weg in den gehobenen Dienst.

Andreas Zohles
Polizeioberkommissar
Bildungszentrum der Thüringer Polizei
Fachbereich Verkehr


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Polizeioberkommissar Martin Hölzer
Polizeioberkommissar Martin Hölzer

Als Thüringer Polizeibeamter in ganz Deutschland im Einsatz

Im Jahr 1998 begann meine Tätigkeit in der Thüringer Polizei mit der Ausbildung im mittleren Polizeivollzugsdienst. Anschließend bekam ich die Möglichkeit, in der Beweissicherungs- und Festnahmehundertschaft der Bereitschaftspolizei Thüringen als Einsatzbeamter und später als Truppführer eines Beweissicherungstrupps zu arbeiten. Von 2006 bis 2009 konnte ich die Aufstiegsmöglichkeiten in der Thüringer Polizei nutzen und absolvierte das Studium zum gehobenen Polizeivollzugsdienst.

Nach diesem zweiten Ausbildungsweg hieß es: „Back to the roots.“ Ich nahm meine Tätigkeit in der Bereitschaftspolizei wieder auf und bin seit 2010 stellvertretender Einheitsführer einer Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit. Trotz gleicher Dienststelle ist die Verantwortung für Mitarbeiter gestiegen, sind die Aufgaben der täglichen Arbeit komplexer geworden. Zu unseren Einsatzfeldern gehört insbesondere die Unterstützung anderer Polizeidienststellen. Diese wird notwendig bei der Bewältigung von Einsätzen rund um Versammlungen, Fußballspiele verschiedenster Ligen, Castortransporte oder auch bei Staatsbesuchen und Einsätzen der Kriminalpolizei. Dabei kommen wir nicht nur innerhalb Thüringens zum Einsatz, sondern werden nicht selten im Jahr auch in anderen Bundesländern tätig.

Jeden Tag bin ich mit einer Vielzahl von jungen und hoch motivierten Polizeibeamtinnen und -beamten zusammen, die mit mir bestehende Probleme und Aufgaben unserer Einsätze lösen. Gleichzeitig trifft man bei der Arbeit auf Personen mit verschiedensten politischen, sportlichen oder persönlichen Auffassungen. Sich mit diesen auseinanderzusetzen, stellt immer wieder eine Herausforderung dar. Besonderes Feingefühl verlangt hier der Ausgleich zwischen den Interessen der einzelnen politischen oder sportlichen Lager sowie zwischen den einzuhaltenden Grundrechten und Gesetzen bei ständiger politischer Neutralität der Polizei. Dabei musste ich lernen, persönliche Meinungen und Einstellungen zurückzustellen, um sachliche Entscheidungen treffen zu können. Resümierend ist meine Tätigkeit nicht immer einfach, aber spannend, abwechslungsreich und fordernd.

Martin Hölzer
Polizeioberkommissar
Bereitschaftspolizei Thüringen
Beweissicherungs- und Festnahmehundertschaft


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Polizeioberkommissar Torsten Czuppon
Polizeioberkommissar Torsten Czuppon

Im Polizeiberuf ist vieles möglich, wenn man den ersten Schritt wagt

Seit 20 Jahren bin ich nun Polizist. Einen Großteil dieser Zeit habe ich in der Technischen Einsatzeinheit verbracht. Nach meiner Ausbildung im mittleren Polizeivollzugsdienst in Sulzbach-Rosenberg begann ich meinen Dienst 1992 als Polizeihauptwachtmeister in der Technischen Einsatzeinheit. Die Arbeit gefiel mir - die Vielfalt des technischen Geräts, die Bewältigung von Einsätzen im Team, das Zusammenspiel innerhalb der Hundertschaft. In den folgenden Jahren qualifizierte ich mich am Wasserwerfer und Sonderwagen, so dass ich als Kommandant beider Fahrzeuge eingesetzt werden konnte. Dazu waren mehrere Spezialgrundausbildungen an den Fahrzeugen nötig, da sowohl der Wasserwerfer als auch der Sonderwagen eine Vielzahl komplizierter Technik beinhalten.

Von 2001 bis 2004 studierte ich an der Verwaltungsfachhochschule in Meiningen. Während dieser Zeit wurde ich zum Polizeihauptmeister und damit in das Endamt des mittleren Dienstes befördert. Nach meiner Ernennung zum Polizeikommissar im September 2004 nahm ich meinen Dienst als Gruppenführer der Wasserwerferstaffel in Erfurt auf.

Im Jahr 2009 reifte in mir der Wunsch, eine neue berufliche Herausforderung anzustreben. Ich wollte als Polizist im Ausland arbeiten. Auch hierfür waren einige Qualifizierungen und Tests erforderlich. Speziell meine Englischkenntnisse bedurften einer Verbesserung. Dabei wurde ich von meinem Dienstherren, dem Freistaat Thüringen, unterstützt. Er "spendierte" mir einen dreiwöchigen Englisch-Intensivkurs bei der Bundeswehr. Ich bestand die Tests, und so konnte ich vom 31.07.11 bis zum 02.05.12 in Mazar-i-Sharif in Afghanistan einheimische Polizisten ausbilden. Die Erfahrung war toll und wird unvergessen bleiben. Das Bewusstsein, dass Kameradschaft und Freundschaft Berge versetzen können, auch bei internationaler Zusammenarbeit, ist seitdem tief in mir verankert. Das macht eine solche Aufgabe so lohnenswert und deshalb ist eine weitere Auslandsmission von mir erklärtes Ziel. Die Zeit bis dahin? Jeden Tag auch ein Stück daran arbeiten, ein besserer Vorgesetzter zu werden.

Torsten Czuppon
Polizeioberkommissar
Bereitschaftspolizei Thüringen
Gruppenführer der Wasserwerferstaffel 


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Polizeiobermeisterin Jana Ferus
Polizeiobermeisterin Jana Ferus

Frauen und Technik - natürlich geht das!

Ich bin seit 1995 bei der Polizei und arbeite seitdem in der Technischen Einsatzeinheit. Schon immer galt mein Interesse der Technik. Vor allem aber habe ich mich für die Arbeit in der Wasserwerferstaffel entschieden, da es schon etwas Außergewöhnliches ist, wenn eine Frau einen Wasserwerfer oder Sonderwagen fährt. Denn das war mein erklärtes Ziel. Und um die entsprechende Qualifizierung bewarb ich mich gleich zu Beginn.

Meine Arbeit umfasst ein großes Aufgabengebiet. Das Führen des Wasserwerfers und des Sonderwagens ist nur ein Teil davon. Das Besondere an meiner Arbeit ist, dass ich viel unterwegs bin und an jedem Einsatzort neue Herausforderungen auf mich warten. Leichter als meine männlichen Kollegen habe ich es im Dienst nicht, die Anforderungen sind für jeden die gleichen. Vielleicht gerade deshalb kann ich mich in der Männerdomäne als Frau sehr gut behaupten und fühle mich in jeder Hinsicht gleichberechtigt.

Ein großes Ereignis in meiner bisherigen Tätigkeit war für mich der Castortransport in Gorleben 2011. Dort beräumte ich mit dem Sonderwagen brennende Barrikaden. Die vielen einsatznahen Übungen zahlten sich in diesem Einsatz aus. Meine Kollegen und ich konnten unverletzt nach Hause fahren. Im Endeffekt sind meine Aufgaben nur durch gute Teamarbeit lösbar. Das ist es vor allem, was die Freude am Beruf mit sich bringt.

Jana Ferus
Polizeiobermeisterin
Bereitschaftspolizei Thüringen
Technische Einsatzeinheit - Wasserwerferstaffel


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Polizeirat Thomas Lenk
Polizeirat Thomas Lenk

Ich mag den Umgang mit Menschen

Seit meiner Schulzeit stand für mich mein Berufswunsch Polizist fest. Einerseits interessierten mich die verschiedensten Einsatzmöglichkeiten bei der Bereitschafts-, Kriminal- und Schutzpolizei. Besonders wichtig waren mir dabei der Umgang mit Menschen und die Möglichkeit, diesen in Notsituationen als Polizist helfen zu können. Andererseits ist dieser Beruf wohl einer von nur wenigen, in dem regelmäßiger Sport zur Erhaltung der körperlichen Fitness Teil des Dienstes ist.

Nach meiner Ausbildung in der Thüringer Polizei konnte ich viele Einsatzlagen in der Bereitschaftspolizei miterleben und nach dem Studium zum gehobenen Dienst weitere Erfahrungen in verschiedensten Verwendungen sammeln. Das Ausprobieren dieser unterschiedlichen Funktionen erforderte dabei Mut, sich immer wieder in neuen Situationen selbst zu beweisen und die gestellten Herausforderungen anzunehmen. Für mich steht fest, dass ich mich dabei nicht nur dienstlich entwickeln konnte, sondern dass ich mit meinen Aufgaben auch persönlich gereift bin.

Heute, nach einem weiterführenden Studium zum höheren Polizeivollzugsdienst, bin ich Leiter einer Polizeiinspektion. Bei dieser Aufgabe beschäftige ich mich jeden Tag zu einem großen Teil meiner Arbeitszeit mit Bürgeranliegen und Mitarbeiterangelegenheiten. Ich finde es interessant, mich mit den verschiedenen Menschen und deren unterschiedlichen Charakteren zu beschäftigen, mich mit ihnen auseinanderzusetzen. Ganz wichtig sind für mich hierbei meine eigenen Erfahrungen: Das Lösen von Anliegen aus der Bevölkerung, von polizeilichen Einsatzlagen, aber auch die Gestaltung der Arbeitsbedingungen gehörten ja während meiner Jahre im mittleren und gehobenen Dienst zu meinen Aufgaben, aus unterschiedlichsten Blickwinkeln heraus. Diese Erfahrungen kann ich heute im Interesse meiner Mitarbeiter und der Verbesserung des Klimas in der Dienststelle mit einbringen. Positive Ergebnisse verschaffen mir Motivation  und Spaß bei meinen Aufgaben.

Thomas Lenk
Polizeirat
Leiter der Polizeiinspektion Greiz


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Polizeihauptkommissar Klaus Koch
Polizeihauptkommissar Klaus Koch

Ich sehe meinen Job als Berufung

Der Beruf des Polizeibeamten bietet eine Vielseitigkeit wie kaum ein anderer. Die Polizeiarbeit ist als Dienstleistung in unserer Gesellschaft zu sehen, die uns jeden Tag bei der Bewältigung von verschiedensten Einsatzlagen vor neue Herausforderungen stellt. Meine berufliche Entwicklung war dabei genauso abwechslungsreich, wie es der Polizeiberuf eben ist.

Ich habe im Streifeneinzeldienst begonnen, wo man bei der täglichen Streifenfahrt die Gesellschaft in all ihren Facetten kennenlernt und seine polizeilichen Erfahrungen sammelt. Nach dem Studium an der Verwaltungsfachhochschule in Meiningen war ich als stellvertretender Dienstschichtleiter und später als Dienstschichtleiter tätig. Es machte mir Spaß, eine Dienstgruppe sowie polizeiliche Einsatzmaßnahmen zu führen. In dieser Tätigkeit war kein Tag wie der andere und es gab täglich neue Probleme zu bewältigen. Nach einigen Jahren wechselte ich in den Sachbereich Einsatz. Hier standen die Analyse des täglichen polizeilichen Lagebildes und die damit verbundene Ausrichtung der polizeilichen Aktivitäten im Focus. Gerade in der Vorbereitung von polizeilichen Einsatzlagen konnte ich meine gewonnenen polizeilichen Erfahrungen einbringen.

Später als Leiter der Polizeistation Arnstadt und jetzt als Leiter Einsatz- und Streifendienst im Bereich der PI Arnstadt-Ilmenau war und ist meine Tätigkeit sehr abwechslungsreich und verantwortungsvoll. Ich habe die Dienst- und Fachaufsicht gegenüber den Mitarbeitern des Streifendienstes und des Kontaktbereichsdienstes. Die Führung von polizeilichen Sofortmaßnahmen, die Mitwirkung bei größeren Polizeieinsätzen sowie die Zusammenarbeit mit externen Behörden gehören zu meinen Aufgabengebieten. Ich sehe meinen Job nicht nur als Beruf, sondern als Berufung, weshalb ich meine Wahl auch nach 24 Dienstjahren nicht bereut habe.

Klaus Koch
Polizeihauptkommissar
Polizeiinspektion Arnstadt-Ilmenau
Leiter Einsatz- und Streifendienst 


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Polizeimeisterin Katja Eckardt
Polizeimeisterin Katja Eckardt

Ein offenes Ohr für Trucker

In den 12 Jahren meiner Zugehörigkeit zur Thüringer Polizei habe ich diverse Bereiche durchlaufen. Jede dieser Stationen hatte etwas Besonderes und keine davon möchte ich missen. Nach meiner zweiten Elternzeit habe ich mich vor zwei Jahren für einen Wechsel zur Verkehrspolizei entschieden. Jetzt bin ich tatsächlich angekommen.Neben den dienstlichen Notwendigkeiten bin ich in der Lage, alle meine familiären Verpflichtungen zu erfüllen.

Als Mitarbeiterin der Kontrollgruppe des gewerblichen Personen- und Güterverkehrs arbeite ich jetzt in einem speziellen Bereich der Verkehrüberwachung. Wir kontrollieren hauptsächlich Lkw, Busse und Kleintransporter auf

  • die Einhaltung der gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten sowie die Feststellung von Manipulationen an Fahrtenschreibern und EU-Kontrollgeräten,
  • die Beachtung der Vorschriften des Güterkraftverkehrsgesetzes, Personenbeförderungsgesetzes, Abfallrechtes und vieler weiterer nationaler und internationaler Vorschriften,
  • den vorschriftsmäßigen technischen Zustand der Fahrzeuge und
  • die vorschriftsmäßige Ladungssicherung.

Sicherlich muss man viele zusätzliche Lehrgänge besuchen, sich selbst auch außerhalb der Dienstzeit über die neuesten rechtlichen Regelungen informieren. Aber es lohnt sich! Im direkten  Kontakt mit den Truckern kommt es oft genug vor, dass die nach außen hin so harten Kerle auch ihr Herz ausschütten und versuchen, sich ihre Probleme von der Seele zu reden. Als Frau in einer Männerdomäne überzeugt man das Gegenüber am besten mit Wissen, einem „von Vertrauen in sein eigenes Können“ geprägten Auftreten und einem offenen Ohr. Bestätigung erhalte ich dann, wenn sich der Kraftfahrer nach der Kontrolle und einem verhängten Bußgeld mit einem ehrlichen „Danke!“ und „Auf Wiedersehen!“ von mir verabschiedet.

Katja Eckardt
Polizeimeisterin
Autobahnpolizeiinspektion


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Kriminaloberrätin Katrin Sander
Kriminaloberrätin Katrin Sander

Dem Menschen mit Anstand und Respekt begegnen

Polizeibeamter oder wie in meinem Fall Kriminalbeamtin zu sein, ist nicht nur ein Beruf. Die besondere Herausforderung für mich als Leiterin der Kriminalpolizeiinspektion Jena ist, dass ich jeden Tag mit anderen Problemen und Sachverhalten konfrontiert werde. Einerseits werden täglich andere Fälle angezeigt, die wir hier bei der Jenaer Kripo bearbeiten, andererseits ist eine Dienststelle mit fast 150 Kolleginnen und Kollegen zu führen. In beiden Bereichen ist die Verantwortung hoch.

Ich sehe es als wichtig an, bei aller Fülle unserer Arbeit nie zu vergessen, dass hinter jedem Fall, hinter jeder Akte Menschen stehen, sogar dann, wenn man in menschliche Abgründe blickt. Eine hohe Professionalität an den Tag zu legen und gleichzeitig Menschen mit Abstand, aber auch Anstand und Respekt zu begegnen und ihre Würde zu wahren, ist oft eine Gratwanderung. Immer muss uns bewusst sein, dass Menschen, die sich an uns wenden, Vertrauen in uns und unsere Arbeit setzen.

Kriminalbeamter zu sein, heißt, ständig hinzuzulernen, sich nie auf einmal Gelerntem auszuruhen. Unsere Arbeit ist jeden Tag anders, nichts ist statisch, ein „Schema F“ gibt es nicht bei unseren Ermittlungen. Aber auch die Kriminalität selbst ändert sich, so wie sich unsere Gesellschaft ändert. Ganze Kriminalitätsphänomene entstehen neu. Deutlich wird das derzeit gerade im Bereich der Computerkriminalität.

Als Leiterin einer Kriminalpolizeiinspektion sehe ich meine Aufgabe darin, für meine Kolleginnen und Kollegen optimale Arbeitsbedingungen zu schaffen, Ziele zu setzen, Dinge zu regeln und zu organisieren. Nicht immer kann  ich es dabei allen recht machen, muss mich auseinandersetzen, Überzeugungsarbeit leisten;  auch das zeichnet einen Leiter aus.

Katrin Sander
Kriminaloberrätin
Leiterin der Kriminalpolizeiinspektion Jena


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Polizeihauptmeister Hendrik Weitzdörfer
Polizeihauptmeister Hendrik Weitzdörfer

Ein guter Tag ist, wenn alle Erholungssuchenden ihren Urlaubstag unbeschwert verleben konnten

Mit der Berechtigung, Polizeiboote zu führen, und speziellem Wissen zu Natur- und Umweltschutz sowie Fischereirecht gehöre ich zu den Thüringer Polizisten, denen zusätzlich wasserschutzpolizeiliche Aufgaben anvertraut werden. Speziell bin ich mit meinen Kollegen für die Sicherheit der Menschen auf dem Stausee Hohenwarte und in dessen ufernahen Bereich zuständig.

Zu meiner täglichen Arbeit gehört die Kontrolle und Durchsetzung der Gesetze im Boots-, Schiffs- und Badebetrieb.  Damit sich tausende Besucher und Camper unbeschwert erholen können und die Natur durch sie keinen Schaden nimmt, bedarf es einiger einzuhaltender Regeln. Oftmals sind es Leichtsinn und Unwissenheit, wenn Tagesgäste einen Bootsausflug ohne die vorgeschriebenen Rettungsmittel an Bord starten. Ernst wird es, wenn ich Kinder ohne Rettungsweste sehe. Selbst Vater, muss ich hier einschreiten. Immer wieder wird das Miteinander auch durch rücksichtslose Bootsführer gestört. So musss ich fast bei jeder Streifenfahrt tätig werden. Vom Streifenboot gelingt es auch, die Ordnung und Sicherheit in den Uferzonen zu beeinflussen. Unerlaubtes Zelten, illegale Feuerstellen und zurück gelassener Unrat sind leicht zu erkennen, und dank langjähriger Erfahrung sowie etwas Glück lassen sich die Verursacher ermitteln. Hinzu kommt die Absicherung von Veranstaltungen mit sportlichem und unterhaltendem Charakter, wie das „Schwimmen ums Blaue Band“ oder „Stausee in Flammen“.

Mein schnelles Streifenboot und ich sind oftmals allein auf dem 27 Kilometer langen Stausee unterwegs und haben dabei 182 Millionen Kubikmeter Wasser unter dem Kiel. Da ist der direkte Kontakt mit den Menschen für die Aufgabenerfüllung Gold wert und genau das, was meine Arbeit ausmacht und mir Arbeitszufriedenheit gibt.

Hendrik Weitzdörfer
Polizeihauptmeister
Polizeiinspektion Saale-Orla,
Vollzugsdienst mit wasserschutzpolizeilichen Aufgaben


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Polizeioberrat Lutz Schnelle
Polizeioberrat Lutz Schnelle

Um etwas besser machen zu können, braucht es Offenheit, Mut und Konsequenz

Als amtierender Leiter einer erst neu entstandenen Polizeibehörde habe ich entscheidend an der Umstrukturierung der heutigen Autobahnpolizeiinspektion (API) mitgewirkt. Dies war eine der spannendsten und anspruchvollsten Aufgaben meiner bisherigen Karriere. Gemeinsam mit zahlreichen Kolleginnen und Kollegen nutzte ich diese Chance, um die junge Behörde aktiv zu gestalten und unsere gemeinsamen, innovativen Ideen erfolgreich in die Realität umzusetzen.

Natürlich erfordert meine jetzige  Tätigkeit als Behördenleiter nicht nur leichte Führungsentscheidungen. Der tägliche Dienst mit vielen Menschen motiviert mich jedoch immer wieder aufs Neue. Meine Tätigkeit fordert mich und bringt mir gleichzeitig viel Freude. Nach mittlerweile 22 Jahren in der Thüringer Polizei und zahlreichen unterschiedlichen Funktionen kann ich immer noch sagen, dass ich keinen Tag meiner Dienstzeit bereut habe.

Lutz Schnelle
Polizeioberrat
Amtierender Behördenleiter der Autobahnpolizeiinspektion


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Polizeihauptmeister Alexander Janich

Der tägliche Kontakt mit  den Menschen spornt mich an

Erst mit 49 Lebens- und 26 Dienstjahren bin ich in einer Feierstunde und mit Urkunde in den Stand eines Kontaktbereichsbeamten, kurz KOBB, gehoben worden. Das hat seinen guten Grund. Der Aufgabenkatalog eines KOBB ist umfangreich und setzt langjährige polizeiliche Praxis und Bewährung voraus. Meinen täglichen Dienst muss ich weitestgehend selbstständig und eigenverantwortlich versehen können, wobei der ständige Kontakt zu den Bürgern im Verantwortungsbereich im Mittelpunkt steht.

Für mich persönlich habe ich dazu die tägliche Streife zu Fuß als ideales Mittel zum Zweck entdeckt. Dabei komme ich in meiner Heimatstadt Neustadt an der Orla mit Einheimischen und  Besuchern der Stadt auf Augenhöhe in Kontakt. Auf diese Art lebt man immer in der Lage und es kam schon mancher Hinweis, der zur schnellen Aufklärung einer Straftat führte.

Natürlich halte ich auch Kontakt zu anderen Behörden, Einrichtungen und Firmen im Bereich, unterstütze diese im Rahmen der Amtshilfe bzw. durch mein spezielles polizeiliches Wissen.

Alexander Janich
Polizeihauptmeister
Polizeiinspektion Saale-Orla
Kontaktbereichsbeamter in Neustadt an der Orla


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Der ehemalige Bundeswehroffizier und heutige Polizeioberkommissar Andreas Müller
Der ehemalige Bundeswehroffizier und heutige Polizeioberkommissar Andreas Müller

Manchmal erfolgt die Anerkennung der Menschen sofort

Vor meiner Tätigkeit in der Thüringer Polizei war ich Zeitsoldat in der Bundeswehr. Als Offizier in einem Fallschirmjägerbataillon wurde ich bereits mit 21 Jahren als Zugführer eingesetzt. Die hierbei gewonnene Erfahrung und gelernte Verantwortung über Personal und Technik hat mich sehr geprägt. Diesen Weg wollte ich unbedingt fortsetzen - bei der Polizei schienen mir die Voraussetzungen dafür am ehesten gegeben.

Am 01.10.1999 begann ich das Studium an der Verwaltungsfachhochschule in Meiningen. Ich war ein sogenannter Seiteneinsteiger in den Polizeiberuf. So ist die Bezeichnung für diejenigen, die direkt in die gehobene Laufbahn einsteigen. Mit 27 Jahren war ich unter diesen zwar einer der Ältesten, aber mit uns gemeinsam studierten ja auch die Aufsteiger aus dem mittleren Dienst, sodass ich wiederum im Durchschnitt lag.

Nach meinem erfolgreichen Abschluss wurde ich 2002 in der Polizeiinspektion (PI) Schmalkalden-Meiningen als Wachenleiter eingesetzt. Als solcher war ich für die Koordinierung der Streifenwagen verantwortlich. Ein halbes Jahr später beauftragte man mich mit der Wahrnahme der Dienstgeschäfte als Schichtführer. Ich wollte die Verantwortung einer solchen Aufgabe und man traute sie mir offensichtlich auch zu. Dass ich nach etwa vier Jahren diesen Dienstposten in der PI Schmalkalden-Meiningen übertragen bekam, zeigte mir, dass man mit meiner Arbeit sehr zufrieden war. Ich selbst war es auch! Der Schichtführer ist einer der schönsten Dienstposten in der Polizei. Der Kontakt mit dem Bürger als wesentliche Aufgabe der Polizei ist hier besonders wahrnehmbar. Der Schichtführer muss bei schwierigen Einsätzen vor Ort die Kollegen führen. Weiterhin trägt er für getroffene Maßnahmen die Verantwortung.

Im Jahre 2009 erfolgte meine Beförderung zum Polizeioberkommissar und die Umsetzung zur PI Hildburghausen. Anfangs sollte ich als Schichtführer neue Impulse in den Streifeneinzeldienst setzen. Doch nach zwei Monaten bekam ich die Chance, in Hildburghausen als stellvertretender Dienststellenleiter eingesetzt zu werden. Mittlerweile sind es drei Jahre in dieser Funktion geworden. Diese Jahre waren die bisher schwierigsten - aber auch die schönsten. Die notwendigen Umstellungen und Reformen in der Dienststelle konnten nur mit allen Bediensteten erreicht werden. Diese Aufgabe war nur mit Überzeugung und Verständnis zu lösen. Sicherlich konnte ich hierbei auf meine Erfahrungen aus der Zeit vor der Polizei zurückgreifen.

Dass es im Militär strenger zugeht, ist normal. Dennoch sind viele Sorgen und Nöte der Mitarbeiter gleich. Egal, ob Soldat oder Polizist: Der Umgang miteinander ist der Schlüssel zum Erfolg. In der Armee ist man aber nur unter seinesgleichen. Als Polizist macht der Kontakt mit dem Bürgern das gewisse Etwas aus. Manchmal erfolgt die Anerkennung der Menschen sofort. Das sind die schönsten Momente des Berufslebens.

Andreas Müller
Polizeioberkommissar
Polizeiinspektion Hildburghausen
Leiter Einsatz- und Streifendienst